Elian
In den schattigen Tiefen der Roiwen-Landlande, wo das Licht der Sonne nur als ferne Erinnerung existiert, wandelt Elian. Doch er ist kein gewöhnlicher Roiwe, kein einfacher Diener der Finsternis. Elian ist ein Mann, der den ultimativen Pakt mit dem Unausweichlichen gebrochen hat. In seinen Augen spiegelt sich nicht der Hochmut seines Volkes, sondern der kalte Glanz von Grabbeigaben und das fahle Licht des Mondes.
Sein Abstieg in die verbotenen Künste begann an dem Tag, als die Stille das Lachen seiner Tochter für immer verschlang. Während andere trauerten und losließen, weigerte sich Elian, das Urteil des Schicksals zu akzeptieren. Er verschrieb sich der Nekromantie – nicht aus Gier nach Macht, sondern aus der verzweifelten Liebe eines Vaters, der den Tod nicht als Ende, sondern als eine Mauer betrachtet, die es niederzureißen gilt.
Elian ist ein Forscher an der Grenze zum Wahnsinn. Er durchstreift vergessene Krypten und flüstert mit den Geistern derer, die längst zu Staub zerfallen sind. Jedes alte Manuskript, jede verbotene Formel ist für ihn ein Stein auf dem Weg zurück zu ihrem Lächeln. Er will den Tod nicht nur verstehen; er will ihn meistern, ihn sezieren und ihm das Geheimnis entreißen, wie man das Licht in erloschene Augen zurückbringt.
Für die Welt ist er ein Leichenfledderer, ein Frevler gegen die natürliche Ordnung. Doch für Elian ist jeder Funke nekromantischer Energie nur ein Werkzeug, um das Unmögliche wahr zu machen. Er weiß, dass der Preis für das Leben seiner Tochter seine eigene Seele sein könnte – und er ist bereit, diesen Preis mit jedem Atemzug zu zahlen.