Schaden
In Runic ist Schaden der messbare Verlust der Gesundheit eines Charakters oder der Struktur von Objekten. Ob durch Waffenschläge, Zauber, Gifte oder die verheerende Wucht eines magischen Sturms – Schaden dringt in den Körper oder die Seele ein und verändert den Zustand des Charakters oder von Objekten. Ein Schwert, das auf den Körper trifft, hinterlässt mehr als nur eine Wunde; es hinterlässt eine Spur, die den Charakter in seiner Existenz erschüttert und ihn der unaufhaltsamen Kälte des Todes näher bringt.
Der Schaden ist die Darstellung des Verfalls, der Zerstörung. Jeder Treffer, jeder Zauber, jeder magische Effekt, der Schaden verursacht, ist ein Angriff auf die Struktur dessen, was der Charakter ist. Wenn ein Charakter verletzt wird, wird nicht nur sein Körper betroffen, sondern auch sein inneres Gleichgewicht, seine Fähigkeit zu handeln, zu kämpfen, zu überleben. Die Leere, die durch Schaden hinterlassen wird, ist der wahre Verlust – und dieser Verlust nimmt immer weiter zu, bis der Charakter nicht mehr in der Lage ist, dem Fluss des Lebens zu widerstehen.
Schaden wird oft durch verschiedene Mechanismen berechnet, sei es durch physische Stärke, magische Kraft oder andere übernatürliche Einflüsse. Um den Finalen Schaden zu ermitteln welchen ein Ziel erleidet wird ein Prozess mit mehreren Phasen durchlaufen.
Grundschaden ermitteln → Panzerung des Gegners verrechnen → Modifizierung durch Effekte und Fähigkeiten → Reduzierende Effekte des Gegners verrechnen → Modifizierung durch kritische Treffer oder durch Schreifangriffe → Gesamtschaden
1. Grundschaden ermitteln
Der Grundschaden bildet die Grundlage für alle weiteren Berechnungen des Schadens und wird in erster Linie durch den Schaden der Waffe bestimmt. Hinzu kommt das relevante Attribut des Charakters, das in Zusammenhang mit der Waffe steht gemeinsam mit dem Kampfstil den der Charakter verwendet, beispielsweise Stärke für Nahkampfwaffen oder Intelligenz für magische Waffen. Darüber hinaus beeinflusst die Fertigkeit Waffenmeisterschaft des Charakters, speziell im Umgang mit dieser Waffe, den Grundschaden. In manchen Fällen können auch zusätzliche Effekte, wie Zauber, Buffs oder Subskills, den Grundschaden weiter erhöhen. Dieser Wert dient als Basis für die anschließenden Berechnungen und Modifikationen des verursachten Schadens.
Grund-Schaden = Waffen-Schaden + Modi + (Attribut x (Kampfstil)) + Waffenmeisterschaft + Effekte
[!Beispiel]
John führt ein zweihändiges Schwert in den Kampf. Der Waffenschaden des Schwerts beträgt 45. Da John den zweihändigen Kampfstil beherrscht, profitiert er von einem Multiplikator von 5 auf seine Stärke. Seine Stärke beträgt 8, und seine Waffenmeisterschaft für Zweihandschwerter bringt ihm zusätzlich 15 Schadenspunkte. Hinzu kommt ein Bonus von +5, da das Schwert gerade von einem professionellen Waffenschmied geschliffen wurde. Der Modifikator bleibt auf 0, da Johns Stärke von 8 nicht ausreicht, um einen Bonus zu aktivieren; ab einer Stärke von 9 würde er einen Modifikator von 50 erhalten (siehe Subskills zB. Übermenschliche Stärke).Nun fügen wir alles zusammen, um den Grundschaden zu berechnen:
Grundschaden = 44 + 0 + (8 x 5) +15 +5
Grundschaden = 104Wenn John also mit einem einfachen Angriff trifft, verursacht er 104 Punkte Schaden – dies gilt jedoch nur, sofern sein Ziel keine Rüstung trägt, die diesen Schaden mindern könnte.
2. Panzerung des Gegners verrechnen
Doch nicht jeder Angriff trifft mit voller Wucht. Der Gegner, ob durch Rüstung, Magie oder andere Schutzmechanismen, besitzt eine gewisse Fähigkeit zur Abwehr. Die Panzerung, sei sie aus Metall oder durch magische Barrieren gewoben, wird nun in das Spiel eingeführt. Sie reduziert den eingehenden Schaden. Was der Angreifer dem Ziel zufügt, muss mit den Abwehrfähigkeiten des Gegners abgeglichen werden. Diese Phase entscheidet, wie viel Schaden wirklich durchdringt.
[!Beispiel]
Da John tatsächlich trifft, wird der Panzerung-Wert des Feindes wirksam. Dieser P-Wert beträgt 10, was bedeutet, dass der Feind allen physischen Schaden um 10% reduziert. Daher verursacht John letztlich nur 90% des ursprünglichen Schadens.Die Berechnung sieht folgendermaßen aus:
Grundschaden' = 104 × 0,9
Grundschaden' = 93,6 ≈ 94Durch die Panzerung des Feindes wird Johns ursprünglicher Schaden auf 94 reduziert. Das ist der endgültige Schaden, den John mit diesem Angriff verursacht. Damit wäre die berechnung für einen einfachen angriff fertig. Und man könnte weitermachen.
3. Modifizierung durch Effekte und Fähigkeiten
Will man jedoch Fähigkeiten anwenden welche den Schaden modifizieren oder die Angriffsweise beeinflussen, treten hier weitere Berechnungen in den Vordergrund. Ein magischer Effekt könnte den Schaden verstärken, eine besondere Fähigkeit des Angreifers könnte diesen Schaden auf unerwartete Weise verändern.
[!Beispiel]
Da John sich entschlossen hat, seine Fähigkeit "Fratzengeballer" aus dem Pfad der Zerstörung einzusetzen, verändert sich der Schaden seines Angriffs. Die Fähigkeit modifiziert den Grundschaden auf 70% + 1% je Stufe in 'Nahkampf (STR)' und erhöht die Anzahl der Hiebe auf 2 + 1 für alle 10 Stufen in 'Kampftheorie'.Johns Werte für diese Berechnung:
- Nahkampf (STR): 12
- Kampftheorie: 5
Damit ergibt sich der modifizierte Schaden wie folgt:
Berechnung des Fähigkeits-Schadens:
Fähigkeits-Schaden = 94 × (70 + 12) / 100
Fähigkeits-Schaden = 94 × 0,82
Fähigkeits-Schaden = 76,752 ≈ 77Anzahl der Hiebe: Johns Kampftheorie beträgt nur 5, sodass er 2 Hiebe mit Schlagsturm ausführt.
Endergebnis:
John verursacht mit Schlagsturm insgesamt 2 × 77 Schaden, was 154 Schaden entspricht.
Die Besonderheit aus dem Beispiel oben sollte aufgegriffen werden dass John
4. Reduzierende Effekte des Gegners verrechnen
Doch auch der Gegner kann sich nicht einfach nur schützen. Viele Feinde besitzen Fähigkeiten oder Eigenschaften, die den erlittenen Schaden weiter verringern können. Gifte, Heilzauber, resistierende Effekte – all diese Elemente können in die Berechnung des Endschadens eingreifen. In dieser Phase werden diese reduzierenden Effekte verrechnet und der Schaden weiter gemindert. Hier wird der Charakter dem Gewicht der Welt entzogen, um dem Zustand des Gegners gerecht zu werden. Es ist der Moment, in dem das endgültige Schicksal des Ziels immer deutlicher wird.
5. Gesamtschaden
Schließlich, nach all diesen Phasen der Umrechnung und Modifizierung, entsteht der Gesamtschaden. Dieser Wert ist die letztendliche Summe des Schmerzes, des Leidens und der Zerstörung, die der Angriff mit sich bringt. Der Schaden, der nach all diesen Berechnungen übrig bleibt, ist der, der den Körper oder Geist des Ziels erreicht. Der Finalschlag – wenn auch durch die Panzerung und Effekte gebremst, bleibt er doch ein verheerender Beweis der Zerstörung. Und dieser Schaden wird schließlich vom Ziel erlitten, sei es durch die Zerstörung von Körper und Geist oder durch das stille Verblassen in der Dunkelheit des nahenden Endes.