Komplexität
Die Komplexität einer Handlung gibt an, wie hoch die Kompetenz eines Charakters sein sollte, um diese Handlung adäquat ausführen zu können. Sie fungiert als Maß für den Anspruch, die Tiefe und das erforderliche Verständnis einer Handlung. Während der Schwierigkeitsgrad vor allem äußere Umstände und die Willkür des Schicksals beschreibt, richtet sich die Komplexität nach dem inneren Aufbau einer Handlung. Sie zeigt, was ein Charakter können und verstehen muss, um überhaupt eine realistische Chance auf Erfolg zu haben.
Komplexität ist damit keine spontane Modifikation wie eine Einschränkung, sondern ein Wert, der für eine Tätigkeit feststeht oder bei frei geleiteten Handlungen von der Spielleitung festgelegt wird. Die Regel der Tätigkeit entscheidet zuerst, ob eine bestimmte Fertigkeit mindestens diese Komplexität erreichen muss. Wenn ja, ersetzt eine erschwerte Probe die fehlende Voraussetzung nicht.
Kompetenz vs. Komplexität
Treffen Kompetenz und Komplexität in der Spielmechanik aufeinander, entsteht eine klare Vergleichsbasis:
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Ist die Kompetenz eines Charakters gleich oder höher als die Komplexität, kann eine frei geleitete Handlung unter normalen Umständen als adäquat eingestuft werden.
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Liegt die Kompetenz unter der Komplexität und erlaubt die Tätigkeit dennoch einen Versuch, steigt bei einer frei geleiteten Handlung der Schwierigkeitsgrad grundsätzlich um eine Stufe. Die Spielleitung kann die in Handlung beschriebenen optionalen Abstufungen verwenden.
Dies spiegelt wider, dass der Charakter versucht, etwas zu tun, wofür ihm die nötige Expertise fehlt. Selbst bei idealen äußeren Bedingungen wird es dadurch schwieriger, die Aufgabe erfolgreich zu meistern.
[!Beispiel]
Ein Charakter mit Ritualkunde 3 versucht, ein Schutzsiegel der Komplexität 5 zu rekonstruieren. Ist dafür Ritualkunde 5 ausdrücklich Voraussetzung, kann er es noch nicht versuchen. Bei einer frei geleiteten Rekonstruktion darf er es versuchen; der Schwierigkeitsgrad steigt grundsätzlich von adäquat auf schwer.
Komplexität ist kein Endurteil
Bei frei geleiteten Handlungen bestimmt die Komplexität, wie anspruchsvoll ein Vorhaben ist. Ob der Versuch gelingt, entscheidet die Probe. Heldenhafte Momente entstehen oft genau dann, wenn ein Charakter sich einer Handlung stellt, deren Komplexität über seiner Kompetenz liegt, und dennoch triumphiert. Doch dieser Triumph ist keinesfalls selbstverständlich.
Die Spielleitung legt die Komplexität und die Umstände frei geleiteter Handlungen fest. Über die Grundregel hinaus kann sie optionale Abstufungen für besonders große Unterschiede zwischen Kompetenz und Komplexität verwenden. Boni und Einschränkungen bilden zusätzliche Umstände ab.