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Gwentin – Der Keim des Schicksals

Zurück zum Profil: Gwentin – Der Schicksalslose


Das sterbende Schicksal

Zu einer Zeit, als die Maschinerie des Schicksals allmählich versiegte, geschah etwas, das noch niemals zuvor geschehen war: Das Schicksal selbst war am Sterben.

Seit Anbeginn der Zeit war es gewaltigen Korruptionen und Kontaminationen ausgesetzt – Einflüssen, die es nicht kontrollieren konnte, die es nicht reinigen konnte, die es einfach nur ertrug. Und über Äonen hinweg zehrten diese Einflüsse an seiner Substanz. Das Schicksal – jenes unsichtbare Geflecht, das alles Leben und alle Eventualitäten lenkt – verlor seine Kraft.

Es konnte keine neuen Fäden mehr spinnen. Es konnte keine Vorherbestimmungen mehr setzen. Es existierte noch – aber nur als Schatten dessen, was es einst war.

Der Keim

In seinem letzten Moment bewussten Handelns tat das Schicksal etwas, das es noch niemals getan hatte: Es erschuf einen Keim.

Einen Mechanismus, der dazu dienen sollte, das Schicksal eines Tages wiederzuerwecken. Einen Neustart. Eine Reinkarnation in ferner Zukunft, wenn die Welt bereit wäre, wenn die Korruptionen abgeklungen wären, wenn das Geflecht neu gesponnen werden könnte.

Dieser Keim war Gwentin.

Die Trennung

Doch das Schicksal wusste, dass es schwierig sein würde, diesem Keim den Weg zu ebnen. Wenn Feinde bemerkten, dass er ein Verfechter eben dieses Schicksals war, würden sie alles tun, um ihn zu vernichten – denn die Vernichtung des Keims bedeutete den endgültigen Tod des Schicksals.

Und das Schicksal selbst konnte ihn nicht schützen. Es war zu schwach. Zu sehr verbraucht. Zu sehr ein Schatten.

Also tat das Schicksal etwas, das gegen seine eigene Natur war.

Normalerweise ist die Aufgabe des Schicksals, alles Leben und alle Eventualitäten zu lenken – alles ist mit ihm verbunden, alles trägt seine Signatur in der Kernwahrheit. Jedes Wesen, das geboren wird, ist in das Geflecht eingewoben. Jeder Tod, jede Entscheidung, jeder Zufall – alles hat einen Faden.

Doch in diesem Fall trennte das Schicksal die Bindung zu sich selbst.

Keine Einträge. Keine Spur. Keine Verbindung.

Gwentin wurde als Schicksalsloser geboren – ein Eidbrecher. Ein Wesen, das außerhalb aller Vorherbestimmung existierte. Nichts in der Welt konnte ihn vorhersehen. Nichts konnte ihn binden. Nichts konnte sein Schicksal lesen – denn er hatte keins.