Die Essenz der Urwesen
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Die Urwesen und die Leere, aus der sie hervorgehen, sind Grundpfeiler der Existenz und Metaphysik von Runic. Sie bilden die unsichtbare Grundlage für die Entstehung der Welten, der Götter und letztlich aller Lebensformen. Dennoch sind diese Konzepte nicht für den direkten Einsatz in den meisten Spielsitzungen gedacht. Ihre Bedeutung liegt vielmehr darin, ein tieferes Verständnis der Hintergründe zu schaffen, auf denen die Welt von Runic aufgebaut ist.Die Präsenz der Urwesen ist für Sterbliche nahezu unbegreiflich. Ihre Motivationen, ihre Ziele und ihre Natur entziehen sich jeglichem sterblichen Verständnis und sollen in der Regel nicht in den Vordergrund einer Handlung treten. Stattdessen dienen sie als abstrakte Erklärung für die Entstehung und das Wirken von Göttern, den Ursprung der Magie und die Mechanismen, die das Gleichgewicht der Welten bestimmen.
Die Urwesen entstammen der Einsamkeit selbst, geboren aus der unendlichen Leere, einem Ort jenseits von Zeit und Materie. Sie sind Wesen von unfassbarer Macht und Präsenz, die keinen Körper, keine Gestalt und kein Alter kennen. Sie sind reine Energie - pulsierende Fragmente einer unendlichen Wahrheit, deren Streben nach Macht und Bestand sie antreibt. Manchmal werden sie in sterblichen Kulturen - welche versuchen auch nur im Entferntesten ihr Wesen zu erahnen und begreiflich zu machen - als die Uralten bezeichnet, doch dieser Begriff wird ihrer Natur nicht gerecht. Sie sind nicht alt, sondern allgegenwärtig.
Die Essenz der Urwesen
Urwesen existieren jenseits der sterblichen Vorstellungskraft. Ihre Natur ist nicht an Form oder Substanz gebunden, sie benötigen keine Identität, wie sterbliche Wesen sie verstehen. Sie sind die Ewigen, die reinen Hüter und Verzehrer der Existenz. Ihr Dasein dreht sich ausschließlich um das Streben nach mehr Kraft, mehr Bestand und mehr Einfluss. Dieses Ziel mag in seiner primitiven Klarheit einfach erscheinen, doch es ist die reinste Form von Wahrheit, die in der Leere existiert.
Die Leere selbst ist ein Raum der alles was IST umgibt und alles was NICHT IST beinhaltet. Dort ist Energie rar und Existenz hat keinen Platz. Urwesen befinden sich in einem ständigen Konkurrenzkampf um die spärliche Energie, die sie finden können. Ihr Überleben hängt davon ab, dass sie stärker werden, und ihr Wachstum treibt sie dazu an, nach neuen Quellen der Kraft zu suchen.
Die Anziehung der Vergänglichkeit
Die größten Energiereservoirs existieren nicht in der Leere, sondern in den Welten welche von ihr umschlossen werden, wie Perlen in einem Ozean von Nichts - den sterblichen Reichen, die von empfindungsfähigen Kreaturen bewohnt werden. Es ist die Präsenz von Leben, von Emotionen und Empfindungen, die Urwesen unwiderstehlich anzieht. Doch ihre ewige Natur macht es ihnen unmöglich, direkt mit diesen Welten zu interagieren. Ihre Struktur zu fremd, um die vergänglichen Konstruktionen zu betreten, die von sterblichen Wesen bewohnt werden.
Der Mechanismus der Avatare
Um diese Barriere zu überwinden, entwickelten die Urwesen eine außergewöhnliche Fähigkeit: Sie erschaffen Avatare - Bruchstücke ihres eigenen Wesens, die an die Gesetze der Vergänglichkeit gebunden sind. Diese Avatare agieren in den sterblichen Welten als Werkzeuge der Urwesen, geschaffen, um deren Ziele zu verfolgen.
Ein Avatar trägt die Essenz seines Urwesens in sich und kann auf dessen Wissen und Macht zugreifen, bleibt jedoch an die Regeln der sterblichen Existenz gebunden. Durch diese Avatare üben Urwesen Einfluss auf empfindungsfähige Kreaturen aus. Sie formen Kulturen, lenken Schicksale und nähren sich von den starken Emotionen, die sie hervorrufen - Liebe, Hass, Gier, Lust - die tiefsten Sehnsüchte der Seelen.
Die Spezialisierung der Urwesen
Jedes Urwesen hat sich auf eine spezifische Kategorie von Macht spezialisiert, um Konflikte untereinander zu minimieren und ihre Einflüsse klar abzugrenzen. Diese Mächte entspringen den tiefsten Gefühlen und Bedürfnissen sterblicher Seelen. So kann ein Urwesen die Liebe als Quelle seiner Kraft nutzen, während ein anderes sich vom Hass nährt.
Diese Spezialisierung ist nicht nur eine Strategie zur Energiegewinnung, sondern auch ein Ausdruck ihrer Existenz - die Fähigkeit sich von der Leere abzugrenzen. Die Avatare, die von diesen Urwesen entsandt werden, tragen diese Spezialisierung in sich und arbeiten daran, die entsprechende Emotion in den sterblichen Welten zu verstärken.
Die Nahrung der Urwesen
Urwesen ernähren sich von den Energien, die aus den Emotionen und Empfindungen der sterblichen Seelen entspringen. Es sind die Polaritäten – das extreme Verlangen, die unbändige Wut, die erdrückende Trauer oder die überwältigende Freude, die ihnen die stärkste Nahrung bieten.
Die Avatare fördern diese Emotionen, sei es durch Inspiration oder Zerstörung. Sie formen Kulturen, die sie verehren, etablieren Religionen, die sie zu Göttern erheben, und nähren sich von den Gebeten, Flehen und Anbetungen ihrer Anhänger. Alles, was die sterblichen Wesen empfinden, wird zu Energie, die zurück zum Urwesen fließt und dessen Macht vergrößert.
Absichten der Urwesen
Entgegen dem ersten Anschein ist es nicht das Ziel der Urwesen, die sterblichen Welten zu zerstören. Eine vernichtete Welt bietet keine Energie mehr, keine Emotionen, von denen sie sich nähren können. Vielmehr streben sie danach, diese Welten so zu formen, dass sie ihnen möglichst lange Kraft liefern.
Sie schaffen ein empfindliches Gleichgewicht - genug Chaos, um starke Emotionen hervorzurufen, doch nicht so viel, dass die Welt zusammenbricht. Dieser subtile Tanz zwischen Zerstörung und Erhaltung ist der Schlüssel zu ihrem Überleben und Wachstum.
Doch es gibt auch solche Urwesen welche jegliche Existenz als Störfaktor empfinden wie ein Dorn oder ein Sandkorn, ein Makel in der Perfektion der Leere. Solche sinnen danach alle Existenz zum erliegen zu bringen die ewige Stille herzustellen, die Leere zu säubern. Sie wachsen mit der Zerstörung von Welten sie sind der Wille der Leere selbst. Der Drang den endgültigen Zustand herzustellen in dem "Nichts ist und Alles nicht ist".
Diese Verschlinger stehen im Widerspruch zu anderen Urwesen, die die Welten als Energiequellen nutzen. Sie sehen die Versuche, Existenz zu fördern, als Verrat an der Leere. Diese Spannungen führen zu einem ewigen Konflikt innerhalb der Leere, einem Kampf zwischen denen, die die Welten erhalten wollen, und denen, die sie auslöschen möchten.
Dieser Krieg bleibt den sterblichen Welten oft verborgen, doch seine Auswirkungen sind spürbar. Wenn Kulturen zusammenbrechen, wenn Sterne erlöschen oder ganze Zivilisationen im Chaos versinken, dann könnte dies das Werk eines solchen Verschlingers sein, der still und unbemerkt sein Ziel verfolgt.
Die Fremdheit der Urwesen
Obwohl sie als mächtig und alles beherrschend erscheinen, bleibt eine Tatsache unverändert: Urwesen besitzen weder Bewusstsein noch Intellekt im herkömmlichen Sinne. Ihre Entscheidungen sind keine Überlegungen, sondern reine Reflexe ihrer Existenz. In der Leere, in der sie geboren wurden, sind Konzepte wie Vernunft oder Individualität bedeutungslos. Alles, was sie tun, dient dem einzigen Zweck: ihre Macht zu mehren und ihre Existenz zu sichern oder aber diese zu verschlingen.
In ihrer absoluten Fremdheit liegt die wahre Macht der Urwesen. Sie sind weder gut noch böse, weder Freund noch Feind. Sie sind die Ewigen, die stummen Hüter und Verzehrer des Seins - unermesslich in ihrem Einfluss, aber unbegreiflich in ihrer Natur. Sie sind die ultimative Verkörperung der Ewigkeit, ein unaufhörlicher Hunger nach Bestand, der niemals gesättigt werden kann.