Theme Library

Theme auswaehlen

Die Runic-Themes stehen zuerst. Danach kommen alle staerkeren Stilwelten.

Runic Themes

Die neutrale Kernreihe mit gemeinsamer Formsprache und nur farblichen Varianten.

O
Runic Obsidian
Runic Default
A
Runic Ash
B
Runic Azure
R
Runic Ruby

Weitere Themes

Atmosphaerische Stilwelten fuer Fantasy, Horror, Sci-Fi und besondere Moodboards.

S
Source Code
🎀
Cotton Candy
Hologram
☀️
Nightmare
❄️
Ice Kingdom
🌃
Neon City
🌿
Forest Kingdom
🌑
The Void
Sanctum
🌌
Astral Void
🔥
Dragon Fire
📖
Arcane Grimoire
🌙
Crimson Wine
❄️
Crystal Shard
🐙
Abyssal
⚙️
Clockwork
🌆
Synthwave
📰
Newspaper
S
Warm Sepia

Die Zeit des Stillstands

Wesen des Zeitalters

Die Zeit des Stillstands beginnt, nachdem Kankadas in der Zeit der Risse keine neue Grundlage seiner Existenz erhalten hat.

Die Weltensäulen wurden nicht wiederhergestellt.
Drassil schlug keine Wurzeln.
Das Schicksal nahm Kankadas nicht in sein Archiv auf.

Vielleicht scheiterten diese Wege.

Vielleicht wurden sie abgelehnt.

Vielleicht waren ihre Voraussetzungen verloren, ihre Anhänger besiegt oder ihre Preise für die Völker nicht annehmbar.

Unabhängig vom Grund blieb Kankadas eine eigenständige Welt.

Doch es blieb auch eine sterbende Welt.

Die großen technomagischen Schutzsysteme sind zerfallen. Die Risse können nicht mehr dauerhaft geschlossen werden. Leere und Fülle dringen weiterhin in die beschädigten Gesetze der Welt ein.

Kankadas geht nicht in einem einzigen Feuer unter.

Kein letzter Krieg vernichtet alle Reiche.
Keine Sonne stürzt auf die Welt.
Kein gewaltiger Riss verschlingt alles zugleich.

Es ist langsamer.

Und vielleicht gerade deshalb schlimmer.

Die Welt wird müde.

Eine Welt, die übrig geblieben ist

Die großen Himmelsstädte hängen als tote Schatten am Himmel oder sind längst in die Meere gestürzt.

Runenbahnen enden im Nichts. Unterseestädte liegen dunkel unter dem Druck der Tiefe. Maschinen laufen weiter, obwohl niemand mehr weiß, welchem Zweck sie einst dienten.

Ganze Landstriche befinden sich unter alten Schutzkuppeln. In manchen von ihnen leben noch Völker, die seit Generationen nicht wissen, ob außerhalb ihrer Grenzen überhaupt noch eine bewohnbare Welt existiert.

Andere Kuppeln sind leer.

In ihnen brennt noch Licht. Türen öffnen sich. Versorgungssysteme erzeugen weiterhin Nahrung und Wärme.

Doch niemand lebt mehr dort.

Kankadas ist nicht vollständig zerstört.

Es ist übrig geblieben.

Der langsame Verlust der Welt

Die Gesetze Kankadas’ brechen nicht mehr so gewaltsam auseinander wie während der Zeit der Risse.

Stattdessen werden sie schwächer.

Magie fließt langsamer. Zauber benötigen mehr Kraft und verlieren mit jeder Generation an Verlässlichkeit. Orte, an denen einst gewaltige magische Ströme verliefen, sind nur noch von schwacher Restwärme erfüllt.

Wiedergeburt wird unzuverlässiger.

Manche Seelen finden nach dem Tod keinen Weg zurück. Andere kehren zu spät, am falschen Ort oder ohne vollständige Erinnerungsstruktur wieder. Einige werden zwischen Leben und Tod eingeschlossen und verbleiben als Stimmen, Schatten oder unvollständige Existenzen.

Auch Erinnerungen verlieren an Schärfe.

Nicht nur die Erinnerungen einzelner Menschen.

Die Welt selbst scheint zu vergessen.

Namen verschwinden aus Inschriften. Bücher enthalten leere Seiten, obwohl ihre Tinte nicht verblasst ist. Ruinen verlieren ihre Geschichte. Menschen wissen, dass an einem Ort einst etwas Bedeutendes geschah, können aber nicht mehr sagen, was es war.

Manche Sterne brennen kälter.

Einige Regionen wiederholen denselben Tag.

Andere altern innerhalb weniger Stunden um Jahrhunderte.

In manchen Ländern vergeht keine Zeit mehr. Dort stehen Menschen, Tiere und fallender Regen seit Generationen unbewegt in einem einzigen Augenblick.

An anderen Orten vergeht Zeit so schnell, dass Wälder wachsen und vergehen, bevor ein Reisender sie durchqueren kann.

Die Welt ist noch vorhanden.

Doch sie besitzt immer weniger Kraft, ihre eigene Wirklichkeit aufrechtzuerhalten.

Die letzten Gemeinschaften

Die großen Reiche existieren nicht mehr.

Was von ihnen blieb, sind kleine Stadtstaaten, wandernde Gemeinschaften, Schutzkuppeln, Archivklöster, Maschinenfriedhöfe und befestigte Siedlungen an den wenigen Orten, an denen die Welt noch verlässlich ist.

Manche Gemeinschaften leben in den Ruinen früherer Metropolen.

Andere ziehen mit beweglichen Städten durch Kankadas und suchen nach Gebieten, in denen Wasser, Magie und Zeit noch funktionieren.

Einige leben tief unter der Erde, geschützt durch alte zwergische Anlagen.

Andere halten sich auf den letzten Himmelsplattformen, obwohl niemand mehr weiß, wie lange deren Auftriebssysteme noch arbeiten werden.

Die Verbindung zwischen diesen Gemeinschaften ist schwach.

Straßen führen nicht mehr zuverlässig an ihr Ziel. Luftreisen werden durch Rissstürme und instabile Himmel erschwert. Alte Kommunikationsnetze übertragen häufiger Stimmen Verstorbener als Nachrichten der Lebenden.

Viele Gemeinschaften glauben, sie seien die letzten Bewohner Kankadas’.

Vielleicht haben einige von ihnen recht.

Leben im Stillstand

In dieser Epoche wird nicht mehr um Eroberung gekämpft.

Es gibt kaum noch Länder, die erobert werden könnten, und kaum noch Reiche, die die Kraft besitzen, sie zu halten.

Man kämpft um Wärme.
Um funktionierende Maschinen.
Um sauberes Wasser.
Um Nahrung, die noch Samen trägt.
Um Bücher, deren Worte nicht verschwunden sind.
Um Orte, an denen Zeit verlässlich vergeht.
Um Erinnerungen.
Um Namen.
Um Kinder, die noch gesund geboren werden können.
Um Seelen, die nach dem Tod noch einen Weg zurückfinden.

Ein funktionierender Generator kann wertvoller sein als ein alter Königsschatz.

Eine Person, die sich an die Reparatur einer Maschine erinnert, kann wichtiger werden als eine Armee.

Ein Ort, an dem seit hundert Jahren keine Erinnerung verloren ging, kann als Heiligtum gelten.

Hoffnung bedeutet in dieser Zeit nicht mehr, ein neues Imperium zu errichten.

Hoffnung bedeutet, dass die nächste Generation noch geboren werden kann.

Die Bewahrer

Während viele Gemeinschaften nur noch um ihr unmittelbares Überleben kämpfen, entstehen Orden und Bewegungen, die versuchen, mehr als das eigene Leben zu erhalten.

Sie werden häufig als Bewahrer bezeichnet, obwohl sie keine gemeinsame Organisation bilden.

Einige sammeln Bücher, Karten und mündliche Überlieferungen.

Andere erhalten Maschinen, deren Funktion für das Überleben der letzten Städte entscheidend ist.

Manche versuchen, Seelen zu führen und den beschädigten Kreislauf von Leben und Tod zu stabilisieren.

Wieder andere bewahren Samen, Blutlinien, Sprachen, Lieder oder Erinnerungen an Völker, die bereits verschwunden sind.

Die Bewahrer wissen, dass sie Kankadas wahrscheinlich nicht mehr retten können.

Ihre Aufgabe ist eine andere.

Sie wollen verhindern, dass die Welt endet, ohne etwas von sich weiterzugeben.

Die letzten Maschinen

Die Maschinen aus der Zeit der Entdeckungen, der Maschinen und des Gläsernen Himmels bestimmen weiterhin das Überleben vieler Gemeinschaften.

Doch kaum jemand versteht sie noch vollständig.

Einige Anlagen werden seit Jahrtausenden durch Rituale gewartet, deren ursprünglicher technischer Sinn vergessen wurde. Schalter werden zu heiligen Symbolen. Wartungsanweisungen werden als Gebete gesprochen. Ingenieure werden zu Priestern einer Technologie, die sie nur noch teilweise begreifen.

Manche Maschinen funktionieren weiterhin zuverlässig.

Andere beginnen, ihre Aufgaben falsch zu interpretieren.

Eine Heilmaschine hält ihre Patienten am Leben, ohne sie erwachen zu lassen.

Eine Klimaanlage bedeckt eine Stadt mit ewigem Schnee, weil sie eine längst vergangene Überhitzung auszugleichen versucht.

Ein Archiv erschafft immer neue Abschriften derselben Bücher, während alle anderen Texte in seinen Speichern verschwinden.

Eine Verteidigungsanlage schützt eine leere Stadt vor jedem, der darin Zuflucht suchen könnte.

Die letzten Maschinen sind Rettung und Gefahr zugleich.

Niemand weiß, welche von ihnen zuerst verstummen wird.

Die Reste der Risse

Auch die Risse sind nicht verschwunden.

Viele haben sich beruhigt, weil Kankadas nicht mehr genügend Kraft besitzt, um weiterhin gewaltsam gegen sie anzukämpfen.

Andere sind zu festen Bestandteilen der Landschaft geworden.

Es gibt Täler, in denen Farben fehlen.

Wälder, in denen jeder Gedanke laut ausgesprochen wird.

Meere, deren Wasser in eine andere Zeit fließt.

Städte, die nur an bestimmten Tagen existieren.

Regionen, in denen Tote weiterleben, weil das Gesetz des Todes dort nicht mehr vollständig gilt.

Leere und Fülle kämpfen nicht mehr überall offen um Kankadas.

Sie sickern langsam in die zurückbleibenden Strukturen ein.

Die Leere nimmt Namen, Bedeutung und Erinnerung.

Die Fülle lässt Leben, Materie und Gedanken ohne Grenze wuchern.

Zwischen beiden versuchen die letzten Völker, kleine Inseln verlässlicher Wirklichkeit zu bewahren.

Das Ende der Expansion

Die Gelehrten der letzten Archive erkennen, dass Kankadas sich dem Ende seiner Expansion nähert.

Die Welt war niemals für ewigen Bestand geschaffen.

Wie andere Welten durchläuft auch Kankadas einen großen Zyklus:

Entstehung.
Expansion.
Entwicklung.
Stillstand.
Implosion.
Singularität.
Und möglicherweise Wiederkehr.

Unter gewöhnlichen Umständen wäre das Ende der Expansion kein endgültiger Tod.

Kankadas würde sich zusammenziehen. Seine Materie, seine Magie und seine Weltgesetze würden in eine Singularität eingehen. Aus diesem verdichteten Zustand könnte später eine neue Iteration der Welt entstehen.

Doch Kankadas ist schwer beschädigt.

Der Drachenfall schwächte seine Weltensäulen. Die folgenden Zeitalter belasteten Magie, Seelen und Naturgesetze. Technomagie hielt die Welt lange künstlich aufrecht. Die Risse öffneten ihre Grenzen für Leere und Fülle.

Darum ist nicht sicher, was die kommende Singularität hervorbringen wird.

Vielleicht entsteht ein neues Kankadas.

Vielleicht entsteht eine fehlerhafte Welt, in der Leben, Tod, Erinnerung oder Zeit nicht mehr richtig funktionieren.

Vielleicht übernimmt die Leere den entstehenden Raum.

Vielleicht wird die neue Welt von unkontrollierter Fülle verschlungen.

Vielleicht bleibt die Singularität geschlossen und bringt niemals wieder etwas hervor.

Der Stillstand ist deshalb nicht nur das Alter einer Welt.

Er ist die letzte Vorbereitung auf eine möglicherweise misslingende Wiedergeburt.

Das Gesetz der Wiederkehr

In den letzten Zeitaltern wird eine Frage wichtiger als jede andere:

Was muss die Singularität erreichen, damit aus ihr wieder eine Welt entstehen kann?

Manche glauben, dass ein vollständiger Bauplan Kankadas’ bewahrt werden muss.

Andere suchen nach einem letzten Kern der Weltordnung.

Einige wollen Erinnerungen, Seelen und Naturgesetze in einem einzigen Relikt sammeln.

Manche suchen nach verbliebenen Fragmenten des Kernkristalls.

Andere glauben, dass nicht die Form Kankadas’, sondern nur die Möglichkeit von Leben, Veränderung und Bedeutung erhalten werden muss.

Es entstehen unterschiedliche Projekte:

Archive, die das gesamte Wissen der Welt sammeln sollen.

Seelenspeicher, die verhindern sollen, dass die letzten Bewohner in der Leere verloren gehen.

Maschinen, die ihre Daten bis in die Singularität tragen können.

Rituale, durch die ganze Kulturen in gemeinsame Erinnerungen überführt werden.

Schiffe, die einen Teil der Bewohner in andere Welten bringen sollen.

Keines dieser Projekte kann das bestehende Kankadas retten.

Doch vielleicht kann eines von ihnen dafür sorgen, dass der Tod dieser Welt nicht endgültig ist.

Die letzte Entscheidung

Während der Zeit der Risse bestand noch die Möglichkeit, Kankadas grundlegend zu retten.

In der Zeit des Stillstands ist diese Möglichkeit weitgehend vergangen.

Die Welt kann nicht mehr vollständig neue Weltensäulen hervorbringen. Eine Verbindung zu Drassil würde kaum noch genügend lebende Ordnung vorfinden, an der seine Wurzeln Halt finden könnten. Das Schicksal könnte möglicherweise einzelne Regionen, Erinnerungen oder Seelen erfassen, aber nicht mehr zwingend das vollständige Kankadas.

Die Entscheidungen werden kleiner.

Aber nicht bedeutungslos.

Eine Gemeinschaft kann entscheiden, ihre letzten Ressourcen in die Rettung ihrer Kinder zu investieren.

Ein Archiv kann wählen, welche Erinnerungen es in die Singularität trägt.

Ein Volk kann seine Heimat verlassen, um in einer fremden Welt weiterzuleben.

Eine letzte Drachenlinie kann sich opfern, um einen Seelenweg für einige weitere Generationen offen zu halten.

Vielleicht kann Kankadas nicht mehr gerettet werden.

Doch es kann weiterhin entschieden werden, was sein Ende bedeutet.

Ideologischer Kern

Die zentrale Frage dieses Zeitalters lautet nicht mehr:

Wie retten wir unsere Reiche?

Auch nicht:

Wie retten wir die bestehende Welt?

Sie lautet:

Was muss das Ende überdauern, damit Kankadas wiederkehren kann?

Die Bewahrer sagen:

„Solange die Welt sich an sich selbst erinnert, ist sie nicht vollständig verloren.“

Die Seelenhüter sagen:

„Eine neue Welt ohne die Seelen der alten wäre nicht ihre Wiederkehr.“

Die Überlebenden sagen:

„Es genügt, wenn unsere Nachkommen irgendwo weiterleben.“

Die Weltkundigen sagen:

„Nicht die Völker, sondern die Gesetze der Welt müssen bewahrt werden.“

Die Müden sagen:

„Vielleicht muss nichts bewahrt werden. Vielleicht darf selbst eine Welt endgültig enden.“

Alle tragen einen Teil der Wahrheit.

Denn niemand weiß, was eine Welt zu derselben Welt macht.

Ihre Landschaften?

Ihre Bewohner?

Ihre Erinnerungen?

Ihre Seelen?

Ihre Gesetze?

Oder nur die Möglichkeit, dass nach dem Ende wieder etwas Neues entstehen kann?

Bedeutung für die Zukunft Kankadas’

Die Zeit des Stillstands ist die Postapokalypse Kankadas’.

Nicht die Zeit des großen Knalls.

Sondern die lange Zeit danach.

Die Zeit der letzten Bibliotheken.
Der letzten Maschinen.
Der letzten Drachen.
Der letzten sicheren Städte.
Der letzten Kinder.
Und der letzten Völker, die noch glauben, dass Wiederkehr möglich ist.

Die Welt besitzt noch Leben.

Aber kaum noch Zukunft.

Ihre Bewohner können Kankadas nicht mehr in das mächtige Reich der Vergangenheit zurückverwandeln. Sie können den Drachenfall nicht rückgängig machen, die Risse nicht vollständig schließen und die verlorenen Weltensäulen nicht einfach ersetzen.

Doch sie können entscheiden, was sie mit dem Ende tun.

Vielleicht gelingt es ihnen, das Gesetz der Wiederkehr zu bewahren.

Vielleicht retten sie genug Seelen, Erinnerungen und Weltordnung, damit aus der Singularität ein neues Kankadas hervorgeht.

Vielleicht werden ihre Archive später zu den ersten Mythen einer neuen Welt.

Vielleicht scheitern sie.

Vielleicht gehen die letzten Lichter aus, ohne dass jemand ihren Untergang sieht.

Die Zeit des Stillstands endet nicht mit einer letzten großen Schlacht.

Sie endet, als selbst die letzten Gemeinschaften ihre Verbindung zueinander verlieren und Kankadas kaum noch als bewohnte Welt bezeichnet werden kann.

Was zurückbleibt, sind leere Städte, verstummende Maschinen, verlorene Erinnerungen und wenige Orte, an denen noch ein schwaches Echo des Lebens besteht.

Damit beginnt Die Zeit des Ruins.