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Roiwen

"Das Licht hat uns fortgesandt, die Dunkelheit hat uns behalten. Was sie als Makel betrachteten, wurde unsere Stärke. Was sie Schande nannten, wurde unser Recht."
— Hochpriesterin Vaelith


Die Roiwen, auch bekannt als Dunkel-Elwen oder Schatten-Elwen, sind nicht aus einer offenen Jagd hervorgegangen, sondern aus einer kalten Entscheidung des Soma-Imperiums. Als die Solwen erkannten, dass nach Smerths Fall in Nadir machtvolle Überreste und Aethelit-Adern liegen mussten, entsandten sie jene dorthin, die in Stova als unvollkommen, unbequem oder beschämend galten. Offiziell war es Dienst am Reich. In Wahrheit war es Verbannung ohne Urteil.

Am Nachtpol, wo die Sonne niemals aufgeht und der Atem in der Luft gefriert, wurden diese Kolonisten zu etwas anderem. Sie überlebten nicht durch Solaras Blick, sondern durch Erdwärme, Tiefenalchemie, dunkle Kristalle und den Willen, den ihre Geschwister in Stova nicht mehr sehen wollten. Über Generationen wurden aus abgeschobenen Solwen die Roiwen: Kinder der Schatten.

In den labyrinthartigen Hallen ihrer unterirdischen Reiche, dort, wo Kristalle wie blutige Augen das Dunkel durchbohren, folgen sie dem unhörbaren Ruf ihres Gottes – eines Wesens so alt, so entsetzlich, dass es nicht einmal die Stirn besitzt, von den Sterblichen verstanden zu werden. Es flüstert in ihrer Sprache von Vergeltung und Macht, von Zielen, die selbst die Verdammten kaum zu fassen vermögen. In einem Reich, das von Lügen und Dunkelheit durchzogen ist, haben sie ihren Platz gefunden, und der Schwache ist hier ein Schatten, der schnell verblasst.

Die Roiwen sind Meister der verborgenen Wege. Ihre Hände, von Dolch, Alchemie und Zauber gleichermaßen gezeichnet, weben ein Netz aus Intrigen, Lügen und Halbwahrheiten – ein undurchdringliches Geflecht, das selbst den treuesten Verbündeten in die Irre führt. Macht ist hier nicht nur ein Ziel, sondern der unverrückbare Gesetzesgrundsatz ihrer Existenz. Vertrauen ist kein Ideal, sondern eine Währung, deren Wert jeden Tag neu verhandelt wird.

Und doch, in ihrer unermesslichen Dunkelheit, tragen sie etwas von unheimlicher Majestät. Ihre silbernen Augen, blass und kalt, spiegeln das strahlende Nichts derer wider, die das Licht der Welt lange hinter sich gelassen haben. Sie haben sich dem Glanz des Himmels nicht gebeugt; sie haben ihn abgelegt, wie einen schmutzigen Mantel, und in der Dunkelheit eine neue Ordnung errichtet – eine Ordnung, in der sie herrschen, und der Rest ist nur ein Schatten, der sich zu ihren Füßen verflüchtigt. Sie sind die Kinder der Dunkelheit. Und in ihr haben sie ihre wahre Macht gefunden.

BildBild

Basis-Informationen

Merkmal Beschreibung
Eigenname Roiwen (altelwisch: "Kinder der Schatten"; von Roi = Dunkelheit/Schatten)
Fremdbezeichnung Dunkel-Elwen, Schatten-Elwen, Abtrünnige
Verbreitung Unterirdische Reiche, Nadir, Nadir-Randgebiete
Population Geschätzt 300.000–700.000
Sprache Roiweisch (abgewandelt; siehe Altelwisches Wörterbuch), Unterreichs-Sprache
Lebenserwartung 400–700 Jahre (natürlich), meist <300 (durch Intrigen)
Erwachsenenalter Ab ~35 Jahren

Grundwerte

HP MP STR GES INT KON AGI WIL CHA GLK
240 60 9 11 10 9 11 10 11 9

Lehren

Besonders vertreten sind in ihrer Kultur die Disziplinen:

sowie die Künste:


Physische Merkmale

Merkmal Beschreibung
Größe 1,60m – 1,85m (durchschnittlich 1,70m)
Hautfarbe Aschgrau bis kohlenfarbend, lichtabsorbierend
Augenfarbe Silber, blutrot, blassblau (leuchten im Dunkeln)
Haarfarbe Weiß, silber, schwarz, manchmal violett schimmernd
Statur Geschmeidig, zäh, von gefährlicher Anmut
Besonderheiten Augen leuchten schwach in Dunkelheit, lichtempfindlich

Erscheinungsbild

Die Roiwen strahlen eine unheimliche Mischung aus Eleganz und Bedrohung aus. Ihre Haut, in Schattierungen von aschgrau bis tiefem Kohlenfarbton, erzählt von einer Existenz, die im lichtlosen Nadir geformt wurde. Sie ist glatt, nahezu samtig, und reflektiert kaum Licht, als würde sie jede Spur von Helligkeit verschlingen. Ihre Textur scheint fast unnatürlich, als wäre sie weniger Fleisch als eine lebendige Hülle aus Steinwärme, Schatten und alchemistischer Anpassung. Diese Haut ist mehr als nur Tarnung; sie speichert Wärme und schützt sie vor den unnachgiebigen Bedingungen der Unterwelt.

Ihre Gesichtszüge sind ein Abbild von Präzision und Härte. Hohe Wangenknochen und scharf geschnittene Kieferlinien verleihen ihnen ein kühles, nahezu unmenschliches Antlitz. Ihre Augen, wie silberne oder blutrote Splitter im Schatten, scheinen jeden Blick zu durchbohren. In der Dunkelheit leuchten sie schwach – ein unheimliches, fast geisterhaftes Glimmen, das selbst im Finstern das Leben zu suchen scheint. Ihre Pupillen sind oft geweitet, ein Beweis für ihre Anpassung an die ewige Dämmerung, während ihre Iris die Farbe von Mondlicht oder glimmender Asche annimmt. Diese Augen sind nicht nur Werkzeuge der Sicht, sondern Waffen des Schreckens, die selbst die Tapfersten aus dem Gleichgewicht bringen.

Ihre Körper sind geschmeidig, zäh, wohlgeformt und von einer gefährlichen Anmut geprägt. Schlank und elegant, wirken sie fast zerbrechlich, doch verbirgt sich unter der Oberfläche eine unerschütterliche Stärke. Ihre Bewegungen sind leise, präzise und von einer Effizienz, die an Raubtiere erinnert. Muskeln, so fein definiert, dass sie fast unsichtbar sind, verleihen ihnen eine Kraft, die oft unterschätzt wird. Diese körperliche Perfektion ist das Ergebnis eines Lebens in der ewigen Finsternis, gezeichnet von Zwangsdienst, Anpassung und Überleben.

Ihre Haare, oft von schimmerndem Weiß bis zu tiefem Schwarz. Manche tragen sie lang und ungezügelt, während andere sie kunstvoll flechten oder mit Bändern und Schmuck aus den Tiefen der Erde verzieren. Diese Haartrachten sind jedoch nicht nur modisches Beiwerk – sie dienen oft als Symbol ihrer Herkunft, ihrer Stellung oder ihrer Loyalität zu einem Haus.

Die Kleidung der Roiwen ist eine Mischung aus Funktionalität und Symbolik. Dunkle Stoffe, oft aus feinsten Spinnenseiden gewebt, umschmeicheln ihre Gestalten. Die Gewänder sind schwer, mit feinen Metallverzierungen oder bestickt mit Symbolen ihrer Häuser oder ihres Glaubens an den toten Gott. Rüstungsteile aus schwarzem Metall oder gehärtetem Leder werden häufig integriert, und selbst die einfachsten Gewänder scheinen wie für einen Krieger geschaffen. Ihre Kleidung ist stets so gestaltet, dass sie Bewegung nicht einschränkt, gleichzeitig jedoch Schutz und Status ausdrückt.

Selbst ihr Schmuck ist mehr als bloßer Zierrat. Ringe, Amulette und Piercings aus seltenen Erzen und Edelsteinen tragen oft dunkle Magie in sich. Ihre Ornamente sind Ausdruck von Macht, Zugehörigkeit und manchmal sogar Waffe – ein feines Kettenglied, das sich als garotte entpuppt, oder ein unscheinbarer Anhänger, der ein tödliches Gift enthält.

Doch ihre wahre Waffe ist ihre Präsenz. Mit jeder Geste, jedem Blick und jedem Wort üben sie eine subtile Kontrolle über ihre Umgebung aus. Ihr Lächeln, kalt und berechnend, vermag sowohl zu verführen als auch Angst einzuflößen. Sie sind nicht nur Wesen der Dunkelheit – sie sind die Dunkelheit selbst, gehüllt in die trügerische Schönheit eines Schattens, der tödlicher ist als jede Klinge.


Hintergrund

Die Roiwen entstanden aus solwischen Kolonisten, die nach Nadir entsandt wurden. Nach dem Drachenfall wussten die Solwen, dass nicht nur Shizjen in Stova gefallen war. Auch Smerth, der Königdrache des Todes, war am Nachtpol gestellt worden. Wenn Aethelit aus den Überresten mächtiger Wesen kristallisieren konnte, dann durfte Nadir nicht unbeachtet bleiben.

Doch Nadir war für die Solwen ein Ort der Schande. Dort gibt es keine Sonne, keine heiligen Morgen, keinen brennenden Himmel über hellem Stein. Der Nachtpol ist Eis, Finsternis und Wind, ein Land, in dem der Atem in der Luft gefriert und ein Solwe Solaras Blick kaum noch zu spüren vermag. Kein angesehenes Haus wollte seine besten Kinder dorthin senden.

So entstand ein brauchbarer Kompromiss: Man entsandte jene Linien, die ohnehin als unvollkommen galten. Solwen mit körperlichen Makeln, politischen Fehltritten, unerwünschten Neigungen, zweifelhafter Abstammung oder zu schwachem Rückhalt in den großen Häusern erhielten den Auftrag, Nadir im Namen Somas zu sichern. Offiziell war es eine Ehre. In den Höfen Stovas wusste jeder, was es bedeutete.

Die Kolonien von Nadir

Die ersten Nadir-Kolonien waren keine Zuflucht, sondern Außenposten. Ihre Aufgabe war es, Aethelit-Adern, Drachenreste und alte Schlachtstätten zu sichern, bevor andere Völker sie finden konnten. Die Kolonisten gruben sich unter das Eis, suchten geothermale Bruchzonen und bauten Städte nahe heißer Quellen, Lavakammern und tiefen Kristalladern.

Mit jeder Generation entfernten sie sich stärker von Stova. Die Kälte zwang sie, ihre Körper zu verändern. Sie verbanden solwische Lebenskunst mit Tiefenalchemie, Schattenritualen und Kristallresonanz. Ihre Haut dunkelte nach, ihre Augen lernten die Finsternis zu lesen, ihre Körper speicherten Wärme anders als die ihrer lichtgeborenen Verwandten. Was in Stova als Makel begonnen hatte, wurde in Nadir zur Überlebensform.

Die Kassarinnen betrachteten die Kolonien lange als notwendiges Werkzeug, nicht als gleichwertigen Teil des Reiches. Nadir lieferte Berichte, Erz, Proben und Warnungen. Stova lieferte Befehle. Anerkennung kam selten. Heimkehr noch seltener.

Smerths Flüstern

Aus dieser Vernachlässigung wuchs Bitterkeit. Die Kolonisten wussten, dass sie gebraucht wurden, aber nicht geehrt. Sie schützten das Reich vor dem Zugriff anderer Völker auf Nadir, während ihre Geschwister unter der Sonne ihre Reinheit priesen.

In diese Wunde sprach Smerth.

Es begann nicht als Offenbarung, sondern als Trost im Dunkel: Träume, Stimmen in den Kristallen, ein Gefühl von Wärme in Höhlen, die keine Wärme hätten tragen dürfen. Smerth versprach ihnen kein Licht. Er versprach Bedeutung. Er erzählte ihnen, dass die Sonne sie nicht verloren hatte, sondern verraten. Dass ihre Dunkelheit kein Makel war, sondern ein Recht. Dass Stova sie nach Nadir geschickt hatte, weil es ihre Stärke fürchtete.

So wurde aus Unmut Glaube. Aus Kolonien wurden Häuser. Aus abgeschobenen Solwen wurden Roiwen, die Kinder der Schatten.

Die Wahrheit über Rasaam

Was die Roiwen als Rasaam verehren, ist in Wahrheit die Essenz des Königsdrachen Smerth. Nach dem Drachenfall sickerte Smerths Blut in die Tiefen Nadirs und vermischte sich mit Eis, Stein, Erdwärme und Aethelit-Resonanz. Seither flüstert seine Stimme aus der Tiefe und sucht Diener.

Die Roiwen glauben, sie hätten in der Tiefe ihren wahren Gott gefunden. In Wahrheit dienen sie einem uralten Drachen, dessen Wille überdauerte und dessen Hass auf die alte Ordnung eine neue Gestalt gefunden hat.

*"Sie sandten uns an den Ort ohne Morgen. Dort fanden wir mehr als Nacht. Wir fanden Antwort."_ — Hochpriesterin Vaelith

Siehe: Smerth und Drachen für detaillierte Informationen über Smerth und die Königsdrachen.


Neigungen

Die Roiwen leben in einem ständigen Zustand der Paranoia und Misstrauen. Ihre Gesellschaft ist von Intrigen und Machenschaften durchzogen, und Verrat ist keine Seltenheit, sondern eine normale Taktik. Sie sind ein pragmatisches Volk, das den Wert von Wissen und Macht erkennt, und viele von ihnen sind Meister in dunklen Künsten und der Manipulation von Energie und Magie. Ihre Entschlossenheit und ihre Härte gegenüber Schwäche sind unnachgiebig. Sie sind selten ehrlich in ihren Absichten und neigen dazu, ihre wahren Ziele zu verbergen, selbst gegenüber ihren eigenen Leuten.

Sadismus und Masochismus durchziehen ihre Kultur. Es bereitet ihnen Freude, Leid zuzufügen, doch zugleich verspüren sie eine perverse Gelassenheit gegenüber eigenem Schmerz – beinahe eine heitere Akzeptanz des Schmerzes, der sie erdet und formt. Die Beziehungen untereinander sind selten von Freundschaft geprägt, sondern von reinem Nutzen; Verbündete sind nur Werkzeuge, die so lange geschätzt werden, wie sie von Wert sind. Dieses düstere Zusammenspiel aus Täuschung und Berechnung, Machtstreben und morbider Freude am Leid macht die Roiwen zu gefährlichen Gegnern und unberechenbaren Akteuren in der verborgenen Welt des Untergrunds.

Die Roiwen verstehen es, jede Schwäche und jede Gelegenheit ohne Zögern zu ihrem Vorteil zu nutzen. Gift, Drogen, Verrat und Dunkle Magie sind ihnen willkommene Werkzeuge, und sie setzen sie mit einer Effizienz und einem Einfallsreichtum ein, die in ihrer Grausamkeit faszinierend wirken können. Ihre Moral ist flexibel und verborgen; sie tragen keine festen Überzeugungen nach außen, sondern passen ihre Ansichten und Worte geschickt an die Erwartungen ihrer Gegenüber an. Was sie wirklich glauben, bleibt im Verborgenen, während sie anderen genau das sagen, was diese hören wollen. Ihre Kunst der Verführung ist ebenso ausgeprägt wie ihre Bereitschaft, die Freuden des Fleisches zu nutzen, um ihren Willen über andere zu stärken und sie gefügig zu machen.

Besonders beängstigend ist ihr Wissen in den physischen und psychischen Methoden der Folter. Die Roiwen sind meisterhafte Folterer, kreativ und nahezu besessen in ihrer Entschlossenheit, neue Wege zu finden, den Willen ihrer Opfer zu brechen. In diesem Bereich blühen sie auf, entfalten eine dunkle Genialität, die ihre Kultur für Außenstehende noch furchteinflößender macht.


Vorurteile

Bekannte Vorurteile gegen die Roiwen

Von anderen Völkern werden die Roiwen oft als kalt, unbarmherzig und intrigant angesehen. Ihr Ruf als Verräter und Abtrünnige ist weit verbreitet. Man wirft ihnen vor, in der Dunkelheit zu leben und sich durch Verrat und Grausamkeit zu behaupten. Ihre Gesellschaft wird als chaotisch und von Misstrauen durchzogen betrachtet, und viele glauben, dass ihre Leben nur von Machtgier und Überlebenswillen bestimmt sind, ohne Raum für wahre Gemeinschaft oder Loyalität.

Vorurteile der Roiwen gegenüber anderen

Die Roiwen hegen eine tief verwurzelte Verachtung gegenüber den Lichtgeborenen. Zwischen den Völkern klafft ein Abgrund, dessen Dunkelheit nicht aus einer einzigen Jagd entstand, sondern aus Jahrhunderten der Abschiebung, Geringschätzung und kalten Nützlichkeit. In ihrer Erinnerung wurden sie nicht aus Versehen vergessen: Sie wurden nach Nadir gesandt, weil Stova ihr Opfer brauchte, aber ihre Gegenwart verachtete. Diese Wunde nährt ihren Hass bis in die Gegenwart. Jeder, der ihre Kolonien als bloßen Außenposten Somas bezeichnet, spricht in ihren Augen die alte Lüge weiter.

Für die übrigen Völker empfinden die Roiwen meist gleichgültige Verachtung. Sie sehen in den Menschen, Elwen und anderen Kreaturen naive, unvollkommene Wesen – Kinder, die in einer Illusion leben und glauben, in einer Welt des Lichts und der Harmonie sei wahre Stärke zu finden. Die Roiwen wissen es besser. Sie haben unter einem Himmel gelebt, der ihnen keinen Platz ließ, und unter einer Erde überlebt, die niemand sonst wollte. Ihre Verachtung ist nicht die eines einfachen Feindes, sondern die eines Volkes, das von Kälte, Dunkelheit und dem Nutzenkalkül eines Imperiums geprägt ist.

Volk Meinung Behandlung
Solwen "Die perfekten Monster" Hass, Rachedurst
Elwen "Die Feiglinge, die zusahen" Verachtung, Bitterkeit
Menschen "Nützliche Werkzeuge" Ausnutzen, manipulieren
Zwerge "Sture Wühler wie wir" Respekt für Stärke, sonst Gleichgültigkeit

Stärken und Schwächen

Die größte Stärke der Roiwen liegt in ihrer unerschütterlichen Anpassungsfähigkeit und ihrem eisernen Überlebenswillen. Sie haben in den tiefsten, unbarmherzigsten Winkeln der Welt überdauert, wo andere längst zugrunde gegangen wären, und in dieser Dunkelheit blühen sie auf. Ihre Fähigkeit, sich an jede noch so feindliche Umgebung anzupassen, macht sie zu unaufhaltsamen Überlebenskünstlern. In ihren Herzen brennt ein unstillbarer Durst nach Selbstbehauptung, und dieser Hunger treibt sie zu immer größerer Härte und Entschlossenheit. Ihre dunklen Künste sind nicht nur Werkzeuge des Krieges, sondern Mittel, mit denen sie die verborgenen Geheimnisse der Welt gegen jene wenden, die sie einst nach Nadir entsandten.

Ihre größte Schwäche ist ihre extreme Isolation und das ständige Misstrauen, das ihre Gesellschaft prägt. Diese Zerrissenheit und der innere Konflikt zwischen ihren Häusern und zwischen Individuen hindern sie oft daran, ihr volles Potenzial zu entfalten. Auch ihre Abhängigkeit von der Dunkelheit und der thermalen Strahlung macht sie in Regionen mit direkter Sonneneinstrahlung verwundbar.

Stärken

Stärke Beschreibung
Anpassungsfähigkeit Überleben in den feindseligsten Umgebungen
Dunkle Künste Meister der Schattenmagie, Gift, Attentat
Intrigen Manipulieren ganze Königreiche aus dem Schatten
Geduld Können Jahre auf Rache warten
Überlebenswille Geben niemals auf, egal wie aussichtslos
Netzwerk Spione und Händler in allen Reichen

Schwächen

Schwäche Beschreibung
Isolation Misstrauen verhindert echte Allianzen
Innere Konflikte Häuser bekämpfen sich gegenseitig
Lichtempfindlichkeit In hellem Licht stark beeinträchtigt
Paranoia Sehen Verrat, wo keiner ist
Rachedurst Blinder Hass führt zu Fehlentscheidungen
Sklavenabhängigkeit Wirtschaft bricht ohne Sklaven zusammen

Lebensräume und bevorzugte Biome

Die Roiwen leben hauptsächlich in unterirdischen Städten und Höhlenkomplexen unter Nadir und an dessen Randgebieten. An der Oberfläche des Nachtpols ist das Leben beinahe unmöglich: Eisstürme, ewige Dunkelheit und eine Kälte, in der der Atem gefriert, zwingen sie in die Tiefe. Sie bevorzugen warme, feuchte Umgebungen nahe geothermischer Bruchzonen, in denen sie die nötige thermale Strahlung aufnehmen können. Ihre Reiche erstrecken sich unter der Erde in weitläufige Höhlen, oft entlang alter Aethelit-Adern, Drachenreste und heißer Quellen. Diese dunklen Reiche sind von gelebter Geschichte und verbotenen Künsten durchzogen, die den Roiwen Macht verleihen und sie schützen.

Bekannte Siedlungen

Stadt Lage Funktion
Xal'Thura Unter Nadir (geothermale Tiefenhöhle) Hauptstadt der Roiwen
Vael'san Nadir-Randgebiet Religiöses Zentrum
Morath'spforte Talrim-Oberfläche (versteckt) Handelsposten

Soziale Strukturen und Hierarchien

Die Gesellschaft der Roiwen ist ein unergründliches Geflecht aus Macht, Verrat und heimlichem Ehrgeiz, gesponnen von den List und Härte der mächtigen Matriarchinnen. An der Spitze dieser Hierarchie stehen die Häuser – matriarchalisch organisierte Familien, die von ihren Anführerinnen, den „Müttern", mit eiserner Hand und klugem Kalkül regiert werden. Diese Mütter sind das Herz und der Wille jedes Hauses, ihre Herrschaft gestützt auf Generationen von Intrigen und einer Kaltblütigkeit, die sowohl in der Politik als auch im täglichen Leben ihres Volkes widerhallt. Die mächtigsten zehn Häuser stellen den Rat der Oberhäupter, ein düsterer Zirkel, der als höchste Instanz über das Schicksal aller Roiwen entscheidet und die Gesetze ihrer finsteren Gesellschaft formt.

Im Zentrum ihres unbarmherzigen Strebens steht jedoch der allgegenwärtige Kult ihres uralten Gottes. Tief in den lichtlosen Höhlen, verborgen vor der Welt, rufen die Roiwen seinen Namen - Rasaam. Ein Wesen von unvorstellbarem Alter und Macht. Ein Wesen, welches die Dunkelheit selbst verehrt. Die Gunst dieses Gottes ist der Inbegriff aller Macht in ihrer Gesellschaft und jene, die sie erlangen, steigen zu geistlichen Anführerinnen auf, bewahrt von einer Autorität, die kein weltliches Gesetz erreichen kann. Durch die Gunst ihres Gottes erhalten sie Privilegien und Einfluss, der sie weit über ihre Rivalinnen erhebt und ihren Anspruch auf Führung festigt. So ist der Rat letztlich in den Händen jener, die die Stimme des Gottes tragen – oder zumindest jene, die die Kunst der Täuschung und Manipulation am besten beherrschen.

Im erbarmungslosen Kampf um die Gunst dieses Gottes scheuen die Roiwen vor nichts zurück. Ihre Ehrerbietung ist dunkel, fast fanatisch, und ihre Hingabe an die dunklen Künste, die sie auf diesem Weg zu beherrschen lernen, grenzen an Wahnsinn. Sie bedienen sich ohne Skrupel aller Mittel: Verrat, dunkle Magie, sogar blutige Rituale und Pakte, die oft im Verborgenen geschlossen werden. Kein Opfer ist zu groß, keine Tat zu abscheulich – alles wird in Kauf genommen, solange es ihnen einen Schritt näher an das ersehnte Ziel bringt. Für die Roiwen ist Macht das höchste Gut, wertvoller als das Leben selbst, denn ein Leben ohne Einfluss ist für sie bedeutungslos und verachtenswert.

Die mächtigsten Häuser, die bereits die Gunst des Gottes genießen, herrschen an der Spitze der Gesellschaft. Sie schreiben die Gesetze, sie formen das Leben und das Sterben ihres Volkes. Doch ihre unbändige Gier und unaufhörliche Intrigen machen sie zu ihren eigenen Feinden. Die Fäden der Loyalitäten, die sie knüpfen, sind brüchig, und Bündnisse lösen sich auf, sobald ein Haus Anzeichen von Schwäche zeigt. Intrigen und Verrat sind der Takt der Roiwen-Politik, und die Machtkämpfe zwischen den Häusern sind erbarmungslos. Nur die Klügsten und Stärksten schaffen es an die Spitze, doch ihre Herrschaft währt nur, bis ein noch geschickteres Haus sie entmachtet und ihren Platz einnimmt.

Ein fest verwurzelter Bestandteil dieser Gesellschaft ist die Sklaverei. Die Roiwen betrachten jedes Wesen, das in ihre Gewalt gerät, als Ressource – sei es für harte Arbeit, als Diener, für die Befriedigung ihrer Lüste oder schlicht zur Unterhaltung. Sie unterscheiden nicht nach Herkunft, Stärke oder Geschicklichkeit; jedes Wesen hat einen Zweck. Im schlimmsten Fall werden Sklaven gezwungen, in grausamen, blutigen Arenakämpfen ihr Leben zu lassen, zur Freude ihrer Herrn. Im besten Fall jedoch dienen sie als Werkzeuge und Waffen, die den Roiwen auf ihrem Weg zur Macht unverzichtbar sind. So wird jeder Sklave, ungeachtet seiner Herkunft, zu einem weiteren Mittel auf dem erbarmungslosen Pfad ihrer Herrschaft.

Freundschaft ist in dieser Gesellschaft ein Fremdwort, und Vertrauen existiert nur als trügerische Täuschung, die schnell zerstört wird, wenn der Nutzen nachlässt. Zweckbündnisse sind das Einzige, das unter ihnen zählt, doch auch diese bestehen nur solange, wie sie von Vorteil sind. Schwäche wird verachtet und ist gleichbedeutend mit dem Tod. In dieser Welt des ewigen Machtkampfs überleben nur die Starken, und Gnade ist eine Legende – eine Fata Morgana, die im Dunkel ihrer Welt niemals Wurzeln schlägt.


Leben

Die Roiwen sind ein Volk, das in die Schatten hineingeboren wurde und im Verborgenen gedeiht. Ihre Lebensspanne ist ähnlich beeindruckend wie die ihrer lichtgeborenen Verwandten, den Elwen, doch hat die Dunkelheit, in der sie leben, ihren Organismus und ihre Lebensweise auf fundamentale Weise geprägt. Die durchschnittliche natürliche Lebenserwartung der Roiwen liegt zwischen 400 und 700 Jahren, doch nur die geschicktesten und mächtigsten erreichen ein wirklich hohes Alter, da das Leben in ihrer Gesellschaft von ständiger Konkurrenz und tödlichen Intrigen geprägt ist. Demnach werden Roiwen meist selten älter als 300 Jahre alt.

In den ersten Jahren ihres Lebens entwickeln sich die Roiwen schnell. Bereits nach etwa 25 Jahren erreichen sie die Pubertät, und nur weitere 10 Jahre trennen sie von ihrer physischen und geistigen Reife. Die Dringlichkeit des Überlebens und die feindselige Umgebung ihrer Heimat haben sie dazu gezwungen, schnell die Kraft und Fertigkeiten zu entwickeln, die für das Überleben im Untergrund notwendig sind.

Ihre Haut, blass- bis dunkelgrau, dient als Schutz vor den rauen Bedingungen der Tiefen. Dieser Farbton absorbiert die karge thermische Strahlung, die ihnen Energie und Wärme spendet, während sie sich in der Kälte der Unterwelt anpassen. Ihre Augen, empfindlich gegenüber dem Sonnenlicht, besitzen eine außerordentliche Sehschärfe in der Dunkelheit und sind für das Erfassen selbst der leisesten Bewegungen geschult, was ihnen im Netz der Intrigen einen entscheidenden Vorteil verschafft.

Im mittleren Alter sind Roiwen am Gipfel ihrer Macht und List. Es ist die Zeit, in der sie sich in ihren Häusern und politischen Bündnissen behaupten müssen, indem sie sich in der Kunst der Täuschung und Manipulation vervollkommnen. Für sie ist diese Lebensphase nicht nur ein Streben nach Einfluss und Reichtum, sondern auch eine kontinuierliche Herausforderung, die Gunst ihres Gottes zu erlangen, dessen willkürlicher Schutz sie in die höchsten Reihen der Gesellschaft führen kann. Einige werden zu hoch angesehenen Priestern und Priesterinnen, deren Einfluss durch die Gunst des Gottes gestärkt ist und deren Worte mehr Gewicht tragen als ein ganzes Heer.

Das Alter der Roiwen bringt, anders als bei ihren lichtgeborenen Verwandten, keine Weisheit, sondern eher eine ausgeprägte Vorsicht und Bitterkeit. Diejenigen, die das hohe Alter erreichen, gelten nicht nur als weise und erfahren, sondern auch als unbarmherzig und gehärtet durch ein Leben voller Verluste und Opfer. Die körperlichen Zeichen des Alters sind auch hier sichtbar: Ihre Bewegungen werden langsamer, ihre Stimmen erhalten eine schneidende Kälte, und ihr Blick, einst voller Gier und Entschlossenheit, zeugt von tiefer, unsichtbarer Last. Doch es gibt kaum Roiwen welche das Alter jemals erreicht haben den meisten ist ein würdevolles Altern nicht gegönnt, sobald ihre Bewegungen träger werden und ihre Gedanken langsamer winkt ihnen der Tod durch jemanden, wer bereits zur stelle steht um den Platz einzunehmen.

In den letzten Jahren ihres Lebens ziehen sich die Roiwen oft in die Abgeschiedenheit zurück, wo sie sich auf dunkle Meditation und das Studium der verborgenen Künste konzentrieren. Ihre letzten Tage sind erfüllt von der Besessenheit, das Wissen und die Macht zu erlangen, die sie schließlich in die Nähe des Gottes führen könnten, in dessen Dienst sie stehen. So bewahren die Roiwen selbst im hohen Alter eine kühle Erhabenheit, die ihre unvergleichliche Fähigkeit zur Täuschung und Beherrschung ausstrahlt und sie als die wahren Meister des Schattens kennzeichnet.

Krankheiten und körperliche Gebrechen sind selten unter den Roiwen, da ihre Anpassung an die Tiefen sie robust und widerstandsfähig gemacht hat. Doch die düstere Umgebung hinterlässt psychische Narben, und viele, die die Jahre in den Intrigen und Machtkämpfen überleben, sind auf andere Weise gezeichnet. Ihre Gesundheit und ihre Kraft basieren weniger auf der Naturverbundenheit, die andere Elwen auszeichnet, als vielmehr auf ihrer unnachgiebigen Anpassung an die rauen Bedingungen der Unterwelt.

Lebensphasen

Phase Alter Beschreibung
Kindheit 0-25 Jahre Schnelle Entwicklung zum Überleben
Jugend 25-35 Jahre Ausbildung in dunklen Künsten
Erwachsenenalter 35-250 Jahre Kampf um Macht und Einfluss
Reife 250-400 Jahre Höhepunkt der Macht
Alter 400-700 Jahre Rückzug oder Tod durch Intrigen

Bekannte Vertreter

Name Rolle Status
Hochpriesterin Vaelith Oberhaupt des Rasaam-Kults Lebendig (~450 Jahre)
Hausmutter Morath Herrscherin des Hauses Morath Lebendig (~380 Jahre)
Schattenfürst Zephyr Meister der Attentäter Lebendig (~320 Jahre)
Die "Stumme" Xyris Händlerin der Geheimnisse Lebendig (~290 Jahre)

Quellen & Verweise

Interne Verweise

Externe Verweise


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