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Die Zeit der Götter

Die Zeit der Götter

Wesen des Zeitalters

Die Zeit der Götter ist das erste und am wenigsten verstandene Zeitalter Kankadas. Es ist weniger eine historisch belegbare Epoche als ein mythischer Urzustand. In dieser Zeit entstehen die Welt, ihre großen Naturgesetze, ihre ersten Lebewesen und die Kräfte, die später als heilig, göttlich oder unveränderlich verehrt werden.

Die ältesten Völker erzählen, dass Kankadas in dieser Zeit noch jung war. Berge waren nicht fest, Meere kannten noch keine endgültigen Küsten, Wälder wuchsen an Orten, die später zu Wüsten wurden, und manche Sterne sollen ihre Namen noch nicht getragen haben. Ob diese Überlieferungen wörtlich zu verstehen sind oder nur die Unerklärbarkeit des Anfangs beschreiben, ist ungewiss.

Aus dieser Zeit stammen auch die acht Königsdrachen. Sie gelten nicht bloß als mächtige Kreaturen, sondern als Weltensäulen: uralte Wesen, die jeweils einen Grundaspekt Kankadas verkörpern und bewahren.

Die acht bekannten Königsdrachen sind:

  • Shizjen, Säule des Lebens

  • Smerth, Säule des Todes

  • Wodda, Säule des Wassers

  • Aagon, Säule des Feuers

  • Semlja, Säule der Erde

  • Svetta, Säule des Lichts

  • Wetyr, Säule des Windes

  • Tenja, Säule des Schattens

Für spätere Kulturen wirken diese Drachen wie Götter. Ob sie wirklich Götter waren, Geschöpfe der Götter oder etwas noch Älteres, ist unbekannt. Sicher ist nur: Sie waren nicht einfach Bewohner der Welt. Sie waren mit der Ordnung der Welt verbunden.

Zustand der Welt

Die Welt ist in diesem Zeitalter noch wild, jung und ungebändigt. Leben entsteht, vergeht und verändert sich in gewaltigen Zyklen. Die ersten Völker sind entweder noch nicht erwacht oder existieren nur in einfachen, frühen Formen. Die Grenzen zwischen Natur, Geist und Magie sind unscharf.

Magie ist in dieser Zeit kein Werkzeug. Sie ist ein Zustand der Welt. Flüsse, Berge, Tiere, Sterne und Stürme tragen noch einen unmittelbaren Anteil an der ursprünglichen Kraft Kankadas. Es gibt keine Schulen, keine Zauberformeln, keine Zirkel und keine magische Wissenschaft. Wer Magie erlebt, erlebt sie als Wunder, Schrecken oder göttliche Nähe.

Rolle der Drachen

Die Königsdrachen sind die großen Bewahrer dieser frühen Ordnung. Sie greifen nicht wie Könige in das Leben einzelner Dörfer ein, sondern wirken wie Kräfte der Welt selbst. Sie halten das Gleichgewicht ihrer Domänen und sorgen dafür, dass kein Aspekt Kankadas die anderen verschlingt.

Shizjen bewahrt das Leben nicht, indem er jedes einzelne Wesen rettet. Er bewahrt den Strom des Lebens selbst: Geburt, Wachstum, Blutlinien, Fruchtbarkeit, Heilung und die Reifung der Seele.

Smerth bewahrt den Tod nicht als Grausamkeit, sondern als Grenze. Ohne ihn würde Leben nicht enden, Seelen würden nicht weiterziehen, und die Welt würde unter unvollendeten Existenzen ersticken.

Wodda bindet Wasser an seine Ordnung: Fließen, Tragen, Reinigen, Versenken.

Aagon bindet Feuer an Wärme, Zerstörung, Läuterung und Erneuerung.

Semlja bewahrt Festigkeit, Schwere, Fruchtboden und Gebirge.

Svetta bewahrt Offenbarung, Sichtbarkeit, Reinheit und Richtung.

Wetyr bewahrt Bewegung, Atem, Sturm und Wandel.

Tenja bewahrt Schatten, Verborgenheit, Ruhe, Traum und das Recht der Dinge, nicht ständig im Licht zu stehen.

Ende des Zeitalters

Die Zeit der Götter endet nicht durch einen einzigen Krieg oder Untergang. Sie endet, als die Welt fester wird. Die Völker erwachen. Sprache, Erinnerung, Werkzeuge, Siedlungen und erste Kulturen entstehen. Was vorher göttlicher Zustand war, wird nun Geschichte.

Die Drachen bleiben. Doch ihre Rolle verändert sich. Aus Bewahrern einer jungen Welt werden Wächter über Völker, die beginnen, eigene Wege zu gehen.

Damit beginnt Die Herrschaft der Drachen.